Der Hochzeitsfotograf steht Rede und Antwort, #Teil 2

Hochzeitsfotograf Michael Parsch im Interview, Teil 2, Equipment und Vorbereitung

weddingshots.de: Welche Rolle spielt Dein Equipment?

Michael Parsch: Eigentlich ist es ja nur Mittel zum Zweck, aber ich lege schon großen Wert auf die beste Qualität, die auch ohne Lottogewinn noch ins Budget passt. Ob da Nikon, Sony oder sonstwas draufsteht, ist eigentlich egal. Ich habe mich für Canon entschieden – damals, als ich angefangen habe mit der digitalen Fotografie, gab es (für mich) keine bezahlbare Alternative. Mittlerweile habe ich die Kamera-Profiliga im Trolley, zweimal Vollformat. Die lichtstarken Objektive kommen ausschließlich von Canon, größtenteils aus der L-Profi-Serie. Das ist insgesamt eine runde Sache, im wahrsten Sinne. Damit und mit einem mittelgroßen California Sunbounce-Reflektor bin ich auf die gängigen Lichtsituationen vorbereitet, meist, ohne auf den Aufsteckblitz angewiesen zu sein. Schon deswegen, weil dies in manchen Kirchen eh nicht gestattet ist, und weil es Gäste und Brautpaar ziemlich nervt. Muss er doch mal zum Einsatz kommen, dann sieht man nicht, dass geblitzt wurde. Denn wenn ich eines nicht leiden kann, sind es die typischen “Totblitzer-Fotos”: Kaninchenaugen, Vordergrund hell und die schöne Location ersäuft im Dunkel … für solche Bilder braucht man kein Tausende von Euro “schweres” Equipment, und das will auch niemand sehen … In diesem Artikel auf dem Blog habe ich die komplette Hochzeitsfoto-Equipmentliste aufgeführt.

weddingshots.de: Wie bereitest Du Dich auf eine Hochzeit vor?

Michael Parsch: Ganz klar an erster Stelle: Ein persönliches Gespräch mit dem Paar. Kennenlernen, abklopfen, ob man “miteinander kann” und erste Details der Hochzeit besprechen: Wo wird geheiratet, wo gefeiert, wie viele Gäste kommen, wie lange bin ich vor Ort? Wie sehen die Einladungs- und Danksagungskarten aus? Sind noch keine vorhanden, kann ich auch da helfen, ganz individuelle Karten zu gestalten. Welche Brautfotos sind dafür nötig? Ist die Danksagung beispielsweise im Hochformat, nützen die schönsten Querformate nichts.

weddingshots.de: Und sonst?

Michael Parsch: Locationcheck: Standesamt und Kirche bzw. die Feierlocation anschauen, damit ich am Tag der Tage gut vorbereitet bin. Dann schaue ich, wo in der Nähe was Schönes für die Paarbilder zu finden ist. Am Hochzeitstag muss schließlich alles schnell und reibungslos vonstatten gehen, damit das Paar wieder schnell bei seinen Gästen ist. Und eigentlich sollte ich Ausdauer- und Krafttraining machen. Wie sagte mal eine Brautmutter zu mir: “Das ist ja Hochleistungssport, was Du da treibst!” Recht hat sie: Hocken, Aufstehen, Vorlaufen, und das alles mit vielen Kilo Equipment umhängen – da weiß man abends oder in der Nacht, was man geschafft hat!

weddingshots.de: Ist das nicht nervig für die Gäste, wenn dauernd einer Turnübungen macht?

Michael Parsch: Ich mache das ja immer unauffällig. Mein größtes Lob ist, dass die Gäste mich irgendwann nicht mehr als Fremdkörper ansehen, sondern mich als Teil der Feier wahrnehmen. Und wenn sie dann noch erwähnen, was das doch für ein netter, angenehmer und lustiger Fotograf war, dann bin ich vollends zufrieden. Ach ja, und die Bilder sollen selbstverständlich auch gefallen. Bisher hat das noch immer funktioniert!

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